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Juleica Ausbildung im Frühjahr 2021

Wöchentliches Plenum, Vernetzungstreffen für den Frauenstreik, Projektgruppe zum Pfingstzeltlager, Kindergruppe am Donnerstag, Sitzung des Jugendhilfeausschusses, als linke und pädagogisch interessierte und aktive Menschen bewegen wir uns fast ständig in Gruppen und interagieren mit Menschen in Organisationen.

Vor allem, wenn wir uns bereits im Hier und Jetzt anders organisieren wollen und anders miteiander umgehen wollen, braucht es Handwerkszeug. Es dient dazu, die Dynamiken in Gruppen und Großgruppen zu verstehen und kollektiv bearbeiten zu können.

Auch und gerade in der politischen Organisierung und
pädagogischen Arbeit –in der Sozialistischen Jugend im Besonderen und als Freund*innen einer klassenlosen Gesellschaft im Allgemeinen– setzen wir Falken auf „die Gruppe“ als Organisationsform und Selbstorganisation als Konzept. Die Herausforderung, die dies für die Praxis bedeutet, wollen wir mit gemeinsam angeeignetem und ausprobiertem Wissen sowie praktischer Erfahrung begegnen. Dafür gibt es bei uns die Ausbildung zur Gruppenhelfer*in.

In den einzelnen Einheiten lernen wir (fast) alles, was
es braucht, um in die pädagogische Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen einzusteigen und Gruppenprozesse auch außerhalb
pädagogischer Kontexte verstehen und konstruktiv begleiten zu
können.

Aufgrund der aktuellen Pandemielage werden wir viele
Einheiten als Online Kurse anbieten. Zusätzlich planen wir auf
unserem Pfingstcamp weitere Einheiten in Präsenz.

Termine

Online:

  • 27. März 2021 Auftaktveranstaltung mit Kennenlernen, Orga usw. 11-15:30 Uhr
  • 31. März 2021 Sozialistische Erziehung 16-19 Uhr
  • 07. April 2021 Falkengeschichte 16-19 Uhr
  • 14./21./28.April 2021 Gruppenpädagogik (Aufteilung in 3 Teile) 16 -19 Uhr
  • 05/12./19. Mai 2021 Prävention (Aufteilung in 3 Teile) 16 – 19 Uhr
  • 26./2. Juni 2021 Recht 16-19 Uhr
  • 09. Juni 2021 Queere Pädagogik

Präsenz:

  • 21.-24. Mai 2021 auf unserem Pfingstcamp: queere Pädagogik /
    Konflikte in Gruppe / Medienpädagogik, eventuell online Blöcke
    wiederholen
  • Im Juni als Wochenendseminar: Spielepädagogik

Themen der Ausbildung sind:

Sozialistische Erziehung

Grundlage und Ziel unserer Arbeit ist der Sozialismus, der Kampf
für eine befreite Gesellschaft und die Überwindung aller
Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.
Praktisch wird dieses Ziel in den Konzepten und Haltungen
sozialistischer Erziehung, wie sie in linken Kinder- und
Jugendbewegungen entwickelt und theoretisiert wurden. Zum Einstieg in die Gruppenhelfer*innenausbildung beschäftigen wir uns einen Tag lang mit Konzepten aus Geschichte und Gegenwart und erarbeiten gemeinsam, welche pädagogische Haltung und Praxis sich daraus füruns heute ergibt.

Gruppendynamik

Die Gruppe ist das zentrale Moment unserer pädagogischen Praxis
und die Form unserer politischen Organisierung. Um hier als
Gruppenhelfer*in handlungsfähig zu sein und Gruppen in ihrem Prozess begleiten und unterstützen zu können, schauen wir uns verschiedene Modelle und Theorien an, mit denen man Gruppen und ihre Dynamiken in den Blick nehmen kann.Das Verständnis von Gruppendynamiken soll die Angst vor überfordernden Situationen nehmen. Wir wollen einen Blick für wiederkehrende Muster und Dynamiken bekommen und damit handlungsfähig in der Praxis bleiben. Gleichzeitig soll die Individualität jeder Gruppe berücksichtigt und Möglichkeiten der konkreten Arbeit mit und an Gruppen aufgezeigt werden. Dafür werden wir auch den ein oder anderen Blick auf uns selbst als Gruppe werfen und anhand von konkretem Erleben im Hier und Jetzt lernen.

Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt und
Kindeswohlgefährdung

Als politischer Kinder- und Jugendverband, der sich für die
Rechte und die Selbst- und Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen einsetzt, sehen wir als Sozialistische Jugend – Die Falken eine besondere Verpflichtung in der Prävention von und Intervention bei Kindeswohlgefährdungen, insbesondere von sexualisierter Gewalt. Im Rahmen unserer Gruppenhelfer*innenausbildung beschäftigen wir uns
einen Tag mit den Dimensionen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche, lernen Methoden zur Sensibilisierung und zu
geschlechtersensibler Pädagogik praktisch kennen und erarbeiten uns die Schutzkonzepte, die für die Arbeit bei den Falken bestehen.

Praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – Spiele,
Programm, Beteiligung und mehr

Praktische pädagogische Arbeit, wie wir sie bei den Falken
verwirklichen wollen, unterscheidet sich sehr von dem, was Kinder und Jugendliche aus Kindergarten und Schule kennen. Bei uns stehen die Bedürfnisse und Interessen der Kinder und Jugendlichen und der Gruppe im Mittelpunkt der Arbeit. Trotzdem haben wir als politischer Verband auch ein Interesse an der politischen Bildung unserer Mitglieder und das auch ganz praktisch. Deshalb geht es für uns also auch immer um die Fragen von Beteiligung, Demokratie und Erleben von gelingender Kollektivität. Im Mittelpunkt der Einheit stehen also Fragen wie:

Wie und warum spiele ich mit Kindern und Jugendlichen?

Was heißt politische Bildung mit Kindern und Jugendlichen?

Wie plane ich ein Gruppenprogramm?

Gleichzeitig wollen wir uns viele Spiele und Methoden auch ganz praktisch aneignen.

Rechtliche Rahmenbedingungen der Arbeit mit Kindern und
Jugendlichen

Wer die Gesetze nicht kennt, kann in einer bürgerlichen Gesellschaft trotzdem belangt werden. Schon deshalb ist es wichtig, Rechte und Pflichten bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu kennen und Situationen dahingehend einschätzen zu können. So beschäftigen wir uns unter anderem mit den Themen Aufsichtspflicht, Jugendschutz und Datenschutz.

Queere Pädagogik

Was gibt es für Lebensentwürfe? Wie ist es für queere Kinder oder Jugendliche in unserer Gesellschaft zu leben? Wie frage ich nach Pronomen? Und welche gibt es da überhaupt? Diesen und noch weiteren Fragen wollen wir uns gemeinsam im Workshop „Queere Pädagogik“ stellen. Wir wollen queere Kinder und Jugendliche verstehen und unterstützen lernen. Barrieren und Stigmata abbauen und auch unsere eigenen Vorstellungen vom Leben und Lieben hinterfragen.

Teilnahmebedingungen und Organisatorisches

Die Gruppenhelfer*innenausbildung ist offen für alle, die an
emanzipatorischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen interessiert sind. Sie berechtigt, zusammen mit einem 1. Hilfe-Kurs und einem praktischen Teil, zur Beantragung einer JuLeiCa-Karte.
Die Gruppenhelfer*innenausbildung wird von unseren Bildungsreferent*innen und erfahrenen Gruppenhelfer*innen durchgeführt.

Alter: 16+ Jahre

Kosten: 25 € + TN Beitrag für das Pfingstcamp
Anmeldung:
info@falken-niedersachsen.de

Naziangriffe nehmen zu! Nazis verursachen wieder Sachschaden bei den Falken

Am Sonntag den 24.01.2021 um ziemlich genau 00:00 Uhr wurden die Scheiben von unserem Bulli eingeworfen. Das ganze fand nach einer Demo vom „Bündnis gegen Rechts“ statt. Natürlich waren wir als Falken dabei. Die Kundgebung richtete sich gegen eine Nazikundgebung.
Etwa 200 Antifaschist:Innen demonstrierten gegen 50 Nazis. Die Bündnis Veranstaltung richtete sich gegen Kundgebungen der Partei die Rechte, also diejenigen Faschist*innen, welche gerade
erst im Dezember mit einer Kundgebung direkt bei unseren Jugendräumen und Büros provozieren wollten. Im Verlauf der heutigen Nazi-Kundgebungen kam es aus den Reihen der Nazis zu zahlreichen Provokationen und einem Angriff auf Pressefotografen. Ein Redner von „Die Rechte“ bezeichnete sich selbst als Nationalsozialist.


Zurzeit häufen sich die Einschüchterungsversuche von Nazis. Erst Ende Dezember wurden die Reifen unseres Bulli zerstochen, jetzt sind es die Scheiben. Vor Weihnachten ein Zettel mit dem Bild vom Ku Klux Klan in unserem Briefkasten, wie auch bei weiteren Gruppen aus dem Bündnis gegen Rechts. Im Sommer ein Angriff auf offener Straße auf ein sichtbar queeres Mitglied unseres Verbandes mitten in der Innenstadt. Dazu regelmäßig Kleinstkundgebungen und Infotische, auf denen politische Gegner:innen beschimpft werden, offener Antisemitismus geteilt wird und seit neustem die Pandemie entweder geleugnet oder verharmlost wird. Und das passiert nicht nur in Braunschweig. Bundesweit Angriffe von Nazis auf Andersdenkende. Immer wieder antisemitische
und rassistische Hetze. Die Anschläge von Hanau und Halle, um nur Beispiele zu nennen.


Pistorius von der SPD will indes prüfen lassen, ob man Antifa-Gruppen verbieten lassen könne. Es wird damit versucht, Protest gegen Nazis und Faschist:innen in der Öffentlichkeit zu delegitimieren und als die wahre Bedrohung darzustellen. Aber es geht noch weiter: Zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich seit Jahren und Jahrzehnten klar gegen Nazis positionieren, soll die Gemeinnützigkeit entzogen werden. Das ganze zielt nur darauf ab zivilgesellschaftlichen Protest zu spalten.
Mit dieser Gleichsetzung wird eine Haltung unterstützt, in der Rechte Gewalt zum Alltag wird. Nazis verfolgen mit ihren Aktivitäten gezielt die Unterdrückung von BI-POC1 und FLINT2-Personen.


Wir schreiben seit Jahren, dass solche Angriffe nichts Neues für uns sind. Wie kann es sein, dass Nazigewalt zum Normalzustand wird? Wie lange wird noch dabei zugeschaut werden, wie Nazis versuchen einen politisch aktiven Kinder- und Jugendverband anzugreifen?
Für unsere Arbeit sind wir auch auf eine Zivilgesellschaft angewiesen, die ihren Mund aufmacht.
Auf Menschen in Machtpositionen, denen unsere Sicherheit am Herzen liegt und die an den richtigen Stellen Hebel in Bewegung setzen.


Wir werden unsere Arbeit gegen Nazis, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Kapitalismus aufrechterhalten. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir werden weiterhin gemeinsam
mit aktiven Antifaschist:innen auf der Straße sein und laut unsere Meinung sagen.


1 BIPoC: Die Abkürzung steht für Black, Indigenous, People of Color und ist ein politischer Sammelbegriff aus den
USA für rassifizierte Personen, die in der Gegenüberstellung zu einer weißen Norm definiert sind und global in ihrer
je spezifischen Position vergleichbare Geschichten von Unterdrückung und Widerständen teilen. […] ( Amo –
Braunschweig Postkolonial e.V.)
2 FLINT* steht für Frauen, Lesben, inter, non-binary und trans Personen und ist eine Abkürzung, die nicht nur
Frauen in feministische Arbeit und Feminismus inkludieren will, sondern kurz alle Personen, die vom Patriarchat unterdrückt
werden. (http://syntaxblog.at/)

Wir trauern und gedenken an unseren Genossen Max

Am 30. Dezember jährt sich zum ersten Mal der Tod unseres Genossen Max. Bei einem Brand während des jährlichen Winterdinx der Falken Braunschweig, Bremen, Hamburg und Thüringen kam es in den Morgenstunden des 30. Dezember 2019 zu einem schweren Dachstuhlbrand, der das gesamte Seminargebäude zerstörte. Unser Genosse Max, der bei den Falken in Jena aktiv war, kam bei dem Feuer ums Leben. Am Jahrestag des Brandes wollen wir unseres Genossen und dem Geschehenen gedenken.

Auch wenn wir gerne eine Gedenkfeier in Barsinghausen organisiert hätten, ist dies unter den gegebenen Umständen nicht möglich. Deshalb haben wir eine digitale Gedenkfeier für die Teilnehmer*innen des letztjährigen Winterdinx und Unterstützer*innen und im Anschluss einen sozialen Abend organisiert.

Freundschaft!