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Naziangriffe nehmen zu! Nazis verursachen wieder Sachschaden bei den Falken

Am Sonntag den 24.01.2021 um ziemlich genau 00:00 Uhr wurden die Scheiben von unserem Bulli eingeworfen. Das ganze fand nach einer Demo vom „Bündnis gegen Rechts“ statt. Natürlich waren wir als Falken dabei. Die Kundgebung richtete sich gegen eine Nazikundgebung.
Etwa 200 Antifaschist:Innen demonstrierten gegen 50 Nazis. Die Bündnis Veranstaltung richtete sich gegen Kundgebungen der Partei die Rechte, also diejenigen Faschist*innen, welche gerade
erst im Dezember mit einer Kundgebung direkt bei unseren Jugendräumen und Büros provozieren wollten. Im Verlauf der heutigen Nazi-Kundgebungen kam es aus den Reihen der Nazis zu zahlreichen Provokationen und einem Angriff auf Pressefotografen. Ein Redner von „Die Rechte“ bezeichnete sich selbst als Nationalsozialist.


Zurzeit häufen sich die Einschüchterungsversuche von Nazis. Erst Ende Dezember wurden die Reifen unseres Bulli zerstochen, jetzt sind es die Scheiben. Vor Weihnachten ein Zettel mit dem Bild vom Ku Klux Klan in unserem Briefkasten, wie auch bei weiteren Gruppen aus dem Bündnis gegen Rechts. Im Sommer ein Angriff auf offener Straße auf ein sichtbar queeres Mitglied unseres Verbandes mitten in der Innenstadt. Dazu regelmäßig Kleinstkundgebungen und Infotische, auf denen politische Gegner:innen beschimpft werden, offener Antisemitismus geteilt wird und seit neustem die Pandemie entweder geleugnet oder verharmlost wird. Und das passiert nicht nur in Braunschweig. Bundesweit Angriffe von Nazis auf Andersdenkende. Immer wieder antisemitische
und rassistische Hetze. Die Anschläge von Hanau und Halle, um nur Beispiele zu nennen.


Pistorius von der SPD will indes prüfen lassen, ob man Antifa-Gruppen verbieten lassen könne. Es wird damit versucht, Protest gegen Nazis und Faschist:innen in der Öffentlichkeit zu delegitimieren und als die wahre Bedrohung darzustellen. Aber es geht noch weiter: Zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich seit Jahren und Jahrzehnten klar gegen Nazis positionieren, soll die Gemeinnützigkeit entzogen werden. Das ganze zielt nur darauf ab zivilgesellschaftlichen Protest zu spalten.
Mit dieser Gleichsetzung wird eine Haltung unterstützt, in der Rechte Gewalt zum Alltag wird. Nazis verfolgen mit ihren Aktivitäten gezielt die Unterdrückung von BI-POC1 und FLINT2-Personen.


Wir schreiben seit Jahren, dass solche Angriffe nichts Neues für uns sind. Wie kann es sein, dass Nazigewalt zum Normalzustand wird? Wie lange wird noch dabei zugeschaut werden, wie Nazis versuchen einen politisch aktiven Kinder- und Jugendverband anzugreifen?
Für unsere Arbeit sind wir auch auf eine Zivilgesellschaft angewiesen, die ihren Mund aufmacht.
Auf Menschen in Machtpositionen, denen unsere Sicherheit am Herzen liegt und die an den richtigen Stellen Hebel in Bewegung setzen.


Wir werden unsere Arbeit gegen Nazis, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Kapitalismus aufrechterhalten. Wir lassen uns nicht unterkriegen. Wir werden weiterhin gemeinsam
mit aktiven Antifaschist:innen auf der Straße sein und laut unsere Meinung sagen.


1 BIPoC: Die Abkürzung steht für Black, Indigenous, People of Color und ist ein politischer Sammelbegriff aus den
USA für rassifizierte Personen, die in der Gegenüberstellung zu einer weißen Norm definiert sind und global in ihrer
je spezifischen Position vergleichbare Geschichten von Unterdrückung und Widerständen teilen. […] ( Amo –
Braunschweig Postkolonial e.V.)
2 FLINT* steht für Frauen, Lesben, inter, non-binary und trans Personen und ist eine Abkürzung, die nicht nur
Frauen in feministische Arbeit und Feminismus inkludieren will, sondern kurz alle Personen, die vom Patriarchat unterdrückt
werden. (http://syntaxblog.at/)

Wir trauern und gedenken an unseren Genossen Max

Am 30. Dezember jährt sich zum ersten Mal der Tod unseres Genossen Max. Bei einem Brand während des jährlichen Winterdinx der Falken Braunschweig, Bremen, Hamburg und Thüringen kam es in den Morgenstunden des 30. Dezember 2019 zu einem schweren Dachstuhlbrand, der das gesamte Seminargebäude zerstörte. Unser Genosse Max, der bei den Falken in Jena aktiv war, kam bei dem Feuer ums Leben. Am Jahrestag des Brandes wollen wir unseres Genossen und dem Geschehenen gedenken.

Auch wenn wir gerne eine Gedenkfeier in Barsinghausen organisiert hätten, ist dies unter den gegebenen Umständen nicht möglich. Deshalb haben wir eine digitale Gedenkfeier für die Teilnehmer*innen des letztjährigen Winterdinx und Unterstützer*innen und im Anschluss einen sozialen Abend organisiert.

Freundschaft!